"Erste Schritte" - gefunden bei Insieme.ch

 

Die Mitteilung, dass der Sohn, die Tochter behindert ist, ist schwer zu ertragen. Nach und nach durchlaufen die Eltern jedoch einen Prozess, der sie schrittweise dazu führt, die neue Situation anzunehmen und zu bewältigen.

Der Bewältigungsprozess verläuft bei allen Eltern anders, selten geradlinig und in den meisten Fällen nicht ohne Erschütterungen. Denn oft ist er an die Entwicklung eines neuen Selbstverständnisses geknüpft. Bisherige Werte verlieren ihre Gültigkeit, neue Lebensziele und ein neues Gleichgewicht gilt es zu finden, als Paar, ja als ganze Familie.. Zu diesem Prozess gehört auch, sich mit der Behinderung des Kindes und den verschiedenen Therapien auseinandersetzen, sich mit Fachleuten und ihrer Sprache vertraut zu machen und nicht zuletzt, unzählige administrative Schritte zu unternehmen.

 

Angesichts dieser zahlreichen Herausforderungen ist es wich- tig, gut aufgehoben und beglei- tet zu sein. Ohne je aufzuhören, auf sich selber zu hören, sollten Eltern daher nicht zögern, die vorhandene Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Es gibt Elternvereinigungen und Fachdienste, Therapeutinnen und Therapeuten, die sie beraten können. Aber auch Nachbarn und Bekannte können gute Stützen sein

 

Ein Kind mit einer geistigen Behinderung braucht mehr Zeit, um sich zu entwickeln, und manche Entwicklungsschritte wird es vielleicht nie machen. Doch eines hat es mit allen Kindern gemeinsam: das Bedürfnis nach Anregung, nach Respekt und Liebe. Und um ihm dies zu geben, sind die Eltern genau die richtigen Personen.